Beginnen wir mit einer Fabel ...

Als der Imker gerade abwesend war, kam einer hinzu und stahl den Honig und die Waben. Bald kehrte jener zurück, und da er die Stöcke leer fand, blieb er stehen, um die Sache in Augenschein zu nehmen. Auch die Bienen fanden sich von ihren Weideplätzen wieder ein, und wie sie den Imker da antrafen, stachen sie ihn mit ihren Stacheln und setzten ihm arg zu. Da sprach jener zu ihnen: »Ach, ihr bösen Tiere, den, der euch die Waben gestohlen hat, habt ihr unversehrt laufen lassen, mich aber, der für euch sorgt, wollt ihr stechen?«

(aus den Fabeln des Äsop)
Was natürlich nicht bedeuten soll, dass unsere Bienen böse oder stechfreudig sind. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Aber es zeigt, das auch Bienen Lebewesen sind, auf die man eingehen und die man wertschätzen sollte. Wenn man dies tut, eröffnet sich eine äußerst interessante und vielfältige Welt, von der sich so einiges lernen läßt (besorgten Eltern sei gesagt, dass es ausgesprochen schwierig sein kann, den eigenen Nachwuchs wieder von den Fluglöchern der Bienenkästen wegzubekommen, wenn deren Begeisterung erst einmal geweckt ist).
Darum zum Schluß noch eine Lobpreisung der Bienen, die von Heinz Erhardt stammt.

Bienen! Immen! Sumseniche!
Wer sich je mit euch vergliche,
der verdient, daß man ihn Töte!
Daß zumindest er erröte!
Denn, wie ihr im Tal und Berg schafft
ohne Zutun der Gewerkschaft,
ohne Streik und Lohnspirale,
täglich, stündlich darauf bedacht,
daß ihr für uns Honig macht,
ihr seid's wert, daß man euch ehre!
Wobei vorzuschlagen wäre-
ob nun alt ihr, ob Novizen-
euch von heute an zu siezen!
Unser Dank unser Applaus
säh in etwa dann so aus:
"Sehr geehrte Honigbienen!
Wir Verbraucher danken Ihnen!"

(von Heinz Ehrhardt)